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Aus der Geschichte des Konditorenhandwerks

Der Beginn der Leidenschaft

Über 1.5 Milliarden Euro Gesamtumsatz, etwa 36.000 Beschäftigte und über 3.350 Fachbetriebe. So lesen sich die Zahlen über ein Gewerk, das seine Wurzeln vor hunderten von Jahren gelegt hat und sich im Laufe der Zeit zu einem kreativen und qualitätsorientierten Handwerk entwickelt hat.

Der Zucker inspiriert

Bei den Griechen gab es schon etwa im Jahre 400 vor Christus Honigfladen und süßes Rahmgebäck. 200 Jahre später waren bei den Römern Käsekuchen und Rahm- und Kremfladen bekannt. Doch der eigentliche Durchbruch der Konditorei kam Jahrhunderte später mit der Verbreitung des Rohrzuckers, vor allem in den Mittelmeerländern. In Venedig bereitete man schon 1150 aus Mandeln und Zucker eine "Süßigkeit", das Marzipan.

Aus der Klosterküche

Die zahlreichen Klosterküchen sorgten zu Beginn des zweiten Jahrhunderts durch ihren Ideenreichtum dafür, dass es eine große Anzahl von Gebäcken gab, die als reine "Näscherei" gedacht waren. Sie entwickelten aus herzhaften Pasteten - den "Tarten" - durch Verwendung von Massen aus Mandeln, Eiern, Mehl und Zucker die "süßen Varianten", die "Torten".

Bittere Medizin versüßen

Zusammen mit anderen Gewürzen ließ sich aus dem Zucker auch manches geheimnisvolle Mittelchen herstellen. Aus den Alchimisten entwickelten sich die "Apotheker", die beispielsweise in Wien im 13. Jahrhundert als "Confectarii" bezeichnet wurden. Sie versüßen überaus geschäftstüchtig ihre bittere Medizin mit Zucker. Der Legende nach soll ein Arzneimittelhersteller bei seinen Patienten einfach die Medizin weggelassen haben, um seine Produkte fortan als "Konfekt" zu verkaufen. In einigen deutschen Staaten blieben sogar bis Anfang des 18. Jahrhunderts Herstellung und Verkauf von Konfekt und Zuckerwaren den Apothekern vorbehalten.

Süße Kunstwerke

In der Renaissance und im Barock stand dann eher die künstlerische Seite des Konditorenhandwerks im Vordergrund. Prächtige Tafelaufsätze aus Zucker und Tragant geformt, durft in diesen Zeiten bei keinem festlichen Essen fehlen. Die Herstellung von Süßigkeiten zum Verzehr geriet fast zur Nebensache.

Konditoreiware wird populär

Die Zuckergewinnung aus heimischen Rüben und der Einzug von technischen Hilfsmitteln in die Konditorei machte es zum Beginn des 19. Jahrhunderts möglich, dass Konditoreiwaren an eine breite Bevölkerungsschicht verkauft werden konnten. Damit wurde auch der Grundstein für die Vielfalt im Konditorenhandwerk gelegt.

(Quelle: DKB-Bundestagung 2006 in Lübeck-Travemünde)

 
 
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